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„Alleine würde ich die Arbeit der Maschine kaum schaffen!“

Der Maschinenversteher

Rafet Bekteshi ist Maschinenführer. Mit der CRS 3000 hat er eine starke Kollegin bekommen, von der er gerne erzählt ...

dcs: Wenn in diesem Moment Ihre Sortiermaschine einfach verschwinden würde, wie lange bräuchten Sie, um höchstpersönlich alle Sendungen zu sortieren, die gerade verarbeitet werden? Grob geschätzt?
R. Bekteshi: Ich selber? Alleine? Eins ist sicher, das würde wohl Wochen dauern. Im Ernst: die Briefsortierung ist Teamarbeit. Alleine ist das nicht zu bewältigen. Ein routinierter Kollege in der Handerfassung schafft am Abend rund 3500 Briefe. Auf der CRS 3000 werden alleine an unserem Standort zwischen 50.000 und 70.000 Briefe pro Tag verarbeitet. Unser Center Freiburg verarbeitet noch deutlich mehr Sendungen!

dcs: Gibt es Funktionen in der Sortiertechnik, die auch in anderen Bereichen zur Anwendung kommen? Sozusagen Maschinenverwandschaften?
R. Bekteshi: Heutzutage werden in allen Maschinen Standardkomponenten verbaut. Lichtschranken, Weichen und Transportbänder finden Sie sicherlich in jeder modernen Produktionsanlage, in der etwas transportiert wird. Ähnliche Maschinen und Software wie bei uns, allerdings in deutlich größeren Dimensionen, finden Sie beispielsweise bei Paketdiensten oder auch in der Gepäckabfertigung von Flughäfen.

dcs: Sind Sie auch privat technologiebegeistert? Oder muss man in Ihrem Job dann umso mehr „abschalten“ nach Feierabend?
R. Bekteshi: Heute ist Technologie ja Teil des Alltags. Selbst wenn Sie sich nur einen Film im Fernsehen ansehen, bedienen Sie letztlich eine Maschine. Bevorzugt verbringe ich die Freizeit allerdings mit meinen Freunden. Trotzdem sehe ich einige Dinge natürlich mit anderen Augen: wenn ich beispielsweise einen Fahrschein an einem Automaten löse, ertappe ich mich gelegentlich schon dabei, dass ich mir überlege, wie diese Maschine wohl aufgebaut ist ...