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"Die arriva gmbh wird in Zukunft, neben der physischen Briefbeförderung, als Outputmanager für ihre Kunden zur Verfügung stehen. Unsere Kunden werden nicht nur die Zustellung von Briefsendungen, sondern alle möglichen Kanäle der Kommunikation, wie sichere EMail- Kommunikation oder soziale Netzwerke benötigen"




"Ich finde, ein handgeschriebener Brief ist etwas Persönliches, Individuelles, das bei Glückwünschen zu einer Hochzeit, einer Geburt, einem Jubiläum oder anderen besonderen Anlässen nicht wegzudenken ist."

„Nicht ohne meinen Füller.“

Über die Zukunft des Briefes und schwer lesbare Handschrift.


Heiko Stihl, Geschäftsführer von arriva, im Interview

dcs: Als arriva im Dezember 2000 gegründet wurde, waren E-Mails, Smartphones und soziale Netzwerke noch weit weniger wichtige Kommunikationswege als heute. Denkt man als Briefdienstleister eigentlich manchmal: „Hoppla, der Brief verschwindet!“?
Heiko Stihl: Dass der Brief „verschwindet“ kann ich mir nicht vorstellen! Nach meinem Kenntnisstand wurde der erste Nachrichtenaustausch per Post bereits im Mittelalter eingeführt und hat seitdem alle Entwicklungsschritte, wie Telegramm, Fax, E-Mail und soziale Netzwerke überstanden. Jedesmal wurde der klassische Brief totgesagt. Wie heißt es so schön: „Totgesagte leben länger“. Die Art der Post wird sich verändern, die klassische Rechnung, der Bescheid der Behörde oder eine Anmeldebestätigung werden womöglich neue Kommunikationswege finden. Der Brief als beständiges und seriöses Kommunikationsmittel wichtiger Inhalte wird jedoch in absehbarer Zeit sicher nicht vollständig durch digitale Medien ersetzt werden können. Außerdem werden die Werbeimpulse per Infopost weiter zunehmen – oder wie wollen Sie sonst einen potentiellen Käufer, bei der Fülle an Internetangeboten, gezielt ansprechen und sich von der Masse abheben?

dcs: Zu Beginn hat arriva nur Geschäftskunden betreut, seit 2005 kommen auch Privatkunden in den Genuss zuverlässiger, persönlicher und pünktlicher Zustellung. Wie kam es denn zu dieser Weiterentwicklung?
Heiko Stihl: Diese Frage kann ich kurz und knapp beantworten. Der Markt hat danach verlangt. Immer wieder haben Privatpersonen bei unseren Mutterhäusern Badische Zeitung und Südkurier auf den Geschäftsstellen oder über die kostenlose arriva Hotline nach Möglichkeiten gefragt, wie eine Privatperson Briefe per arriva versenden kann.

dcs: Als junger Geschäftsführer, der das Unternehmen wachsen und gedeihen sieht – wo liegen für Sie die Zukunftsfelder für die Branche im Allgemeinen und für arriva im Besonderen?
Heiko Stihl: Die arriva gmbh wird in Zukunft, neben der physischen Briefbeförderung, als Outputmanager für ihre Kunden zur Verfügung stehen. Unsere Kunden werden nicht nur die Zustellung von Briefsendungen, sondern alle möglichen Kanäle der Kommunikation, wie sichere EMail- Kommunikation oder soziale Netzwerke benötigen. Wir werden uns künftig im Bereich der Datenaufbereitung stärker beim Kunden in die Beratungsleistung mit einbringen.

dcs: Sie kümmern sich mit viel Engagement um die Briefe anderer und haben entsprechend viel zu tun. Gibt es dennoch Gelegenheiten, wo Sie selbst zu Stift und Papier greifen und sich die Zeit für einen handgeschriebenen Brief nehmen können?
Heiko Stihl: Eher selten. Das liegt aber nicht daran, dass ich nicht die Zeit dazu finde, als vielmehr, dass meine Handschrift nur schwer zu lesen ist! Wenn ich einen handgeschriebenen Brief schreibe, dann immer mit dem Füller. Ich finde, ein handgeschriebener Brief ist etwas Persönliches, Individuelles, das bei Glückwünschen zu einer Hochzeit, einer Geburt, einem Jubiläum oder anderen besonderen Anlässen nicht wegzudenken ist. Aber auch das Schreiben von Weihnachtskarten an nahestehende Verwandte oder Geschäftspartner lasse ich mir nicht nehmen. Sie sehen, der Brief ist aus unserem täglichen Leben nicht wegzudenken.