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Die meisten der über 1000 Briefe zwischen Goethe und Schiller sind auch heute noch lesbar und lesenswert

„Alles Gute, alter Goethe!“

Für Brief-Freunde wenig überraschend: ein Brief brachte die zwei größten deutschen Dichter und Denker zusammen!

„Wie lebhaft auch immer mein Verlangen war, in ein näheres Verhältnis mit Ihnen zu treten, so begreife ich doch nunmehr vollkommen, daß die so sehr verschiedenen Bahnen, auf denen Sie und ich wandelten, uns nicht wohl früher, als gerade jetzt, mit Nutzen zusammenführen konnten.“
So schreibt Friedrich Schiller am 31. August 1794 an Johann Wolfgang von Goethe. Genau eine Woche zuvor hatte er mit einem Geburtstagsbrief den persönlichen Kontakt zu Goethe gesucht, nachdem die beiden Dichter zuvor lange Zeit in einem unausgesprochenen Spannungs-, gar Konkurrenzverhältnis gestanden hatten.

Echte Freunde, nicht nur auf dem Papier

Dieser Geburtstagsbrief begründete den Beginn eines intensiven Gedankenaustausches – und aus einer höflichen Brieffreundschaft wurde schnel eine tiefe seelische und künstlerische Verbindung. Sie dauerte über ein Jahrzehnt an und die Werke beider Männer erheblich.

Der Brief – persönlich und versöhnlich

Denn weltanschauliche und künstlerische Unterschiede, offene Kritik an der Arbeit des anderen, das alles wird durch die intime, ehrliche und doch vermittelnde, versöhnliche Form des Briefes Zeile um Zeile transportiert.
Als Schiller 1805 stirbt, haben er und Goethe über 1000 Briefe und Billets gewechselt. Die Briefe der zwei Freunde sind beinahe vollständig archiviert und erhalten worden, nicht nur als biographische Schriftstücke, sondern auch als Zeitdokumente, mit denen heute verstanden werden kann, was damals die Menschen bewegte. Der Brief arbeitet als Träger von Informationen und Gedanken – Papier hält Wichtiges fest. Und darum ist diese Form der Kommunikation heute so unverzichtbar wie vor 200 Jahren.